Münsterland

von Paul Stänner

Nun ist weg – das Olfener Loch, eines meiner Lieblingsthemen aus dem Buch „111 Orte im Münsterland, die man gesehen haben muss“. Die Verwaltung hatte ein Einsehen und das Loch wurde verfüllt.

Das Olfener Loch

Die Geduld der Verwaltung ist begrenzt

Die Geschichte beginnt damit, dass Olfen (»das Tor zum Münsterland«) beschloss, ein Naturbad mit Wasserspielplatz zu bauen. Naturbad deshalb, weil man zurück zur Natur wollte, also wurde das Bad auf einem freien Feld vor der Stadt errichtet. Es ist nur im Sommer geöffnet, wenn es heiß ist, und nicht im Winter, wenn man das Becken beheizen müsste. Das Projekt wurde sehr gut angenommen, der Olfener an sich war entzückt. Es gab nur ein Problem: Die Zufahrt zum Naturbad biegt ab von einer wunderschönen, doppelreihigen, schnurgeraden Allee, einem Bild von einer Allee. Zur einen Hälfte war diese eine Wohnstraße. Hier litten die Anlieger darunter, dass vor ihren Häusern der Autokorso der Schwimmbadbesucher vorbeidonnerte, testosterongeplagte Jungmänner mit zu vielen PS unter der Haube. Also wurde diese Hälfte der Allee gesperrt, es blieb ja noch die andere, die unbewohnte. Aber die Autofahrer interessierten sich nicht für die Hinweisschilder. Daher wurden zur Verstärkung Pylone aufgestellt, die aber auch keine Wirkung zeigten.

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Offenbar entspann sich ein Wettkampf zwischen Verwaltung und Freibadnutzern um die Frage, wer wem den Spaß verdirbt. Die Verwaltung reagierte unkonventionell: Weil alle Sperrmaßnahmen nicht fruchteten, ließ sie in die schnurgerade Allee ein rechteckiges Loch graben und schön mit Asphalt auskleiden. Dazu kamen zur Warnung zusätzliche Warnschilder und Pylone. Hier kann nur durchfahren, wer eine Spurbreite wie ein Lkw oder Traktor hat, Pkws werden notwendig mit einem Rad ins Schlagloch rauschen.

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Das Thema ist weg.

Zur fünften Auflage der „111 Orte…“, die im Dezember erscheint, habe ich ein neues Thema gefunden:

das Hindu-Kloster in Hamm.

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